empfehlen drucken kommentieren
18.02.2020, 12:28

Von wegen Meinungsfreiheit: Selbstzensur bei Schulbuchverlag

Von wegen Meinungsfreiheit: Selbstzensur bei Schulbuchverlag

BERLIN. (DEBRIV) Mehrfach schaltete der DEBRIV - Bundesverband Braunkohle in Zeitschriften der Westermann Verlagsgruppe Anzeigen, wenn das Schwerpunktthema zum Informationsangebot der deutschen Braunkohle passte. „Mit unseren Anzeigen wollen wir Lehrern und Lehrerinnen, die an einer ausgewogenen und breiten Information interessiert sind, die Möglichkeit bieten, sich Fakten zum Thema Braunkohle zu beschaffen. Ob und wie diese Informationen im Unterricht Berücksichtigung finden, obliegt allein den Pädagogen. Die Anzeigen beinhalten ausdrücklich keine Botschaften, sondern stellen lediglich einen Ausschnitt aus dem Informationsangebot unserer Internetseite dar,“ erklärte der DEBRIV anlässlich einer jetzt ausgesprochenen Weigerung des Verlages, zukünftig Anzeigen des DEBRIV zu schalten.

Der Verlag äußerte sich zu diesem ungewöhnlichen Vorgang zunächst so: „Beim letzten Mal (im Februar 2018) ist Ihre Werbung bei mehreren Kunden nicht gut angekommen. Seitdem hat sich die öffentliche Wahrnehmung noch mehr verändert, seinerzeit war Greta Thunberg noch nicht in Erscheinung getreten und die Klimadiskussion noch nicht derart im Gange.“

Die Leiterin des Verlagsservice, Jana Teuber, konkretisierte auf Nachfrage die Ablehnung weiter und schrieb an den DEBRIV: „Auf Grund der letzten Anzeige in dem Heft Praxis Geographie 2/2018 mit dem Thema Bergbau haben wir von einigen Abonnenten negatives Feedback erhalten. Die Kündigung eines Abonnements bedeutet für uns einen wirtschaftlichen Schaden. Daher müssen wir bei der Annahme einer Anzeige die Befindlichkeiten unserer Leserschaft berücksichtigen – auch wenn es nicht unserer Meinung entsprechen muss.“

«zurück

Neuen Kommentar hinzufügen

Bitte beachten Sie, dass in Ihrem Kommentar aus sicherheits- und datenschutzrechtlichen Gründen keine Links platziert werden können.

Kommentare


Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt.