Geschichten schrieben nicht nur Kaffee und Kaffeehäuser in Venedig, London, Paris oder Wien. Das erste deutsche Kaffeehaus eröffnete 1673 in Bremen. Damals noch zu teuer für Jedermann und daher etwas Besonderes werden Kaffee und Kaffeespezialitäten heute als Volksgetränk in ganzer Vielfalt genossen – klassisch und exklusiv, spontan und geplant als Muntermacher, am Nachmittag und Durchhalter in den Abend stunden. Das geliebte Getränk wird heute sogar als Mega-Bestseller der Zukunft gehandelt. Immer mehr Coffeeshops im klassischen Ambiente, „Coffee-to-go“- oder für besonders Eilige „Drive-in“-Lösungen bieten ihre Dienste an, bestehende werden aufpoliert und die aromatischen Kaffeeangebote ausgedehnt. Aufgrund der breiten Sortenvielfalt entwickeln sich die Kaffeeumsätze trotz der steigenden Rohstoffpreise seit Jahren stabil. „Die Zuwachsraten werden auch 2011 weiter zunehmen.
Im Besonderen gilt dieser Trend natürlich auch für das ‚Coffee-togo- Geschäft‘, das von den Konsumenten stark nachgefragt wird“, so Michael Korten, Warenbereichsleiter Getränke bei Lekkerland. Damit verbunden, nimmt auch der Wettbewerb um die Gunst des Kaffeekunden immer mehr zu. So meldet Focus online Ende April zum Beispiel, dass Tchibo dem Coffee-Shop-Riesen Starbucks den Kampf ansagt, indem zukünftig in allen Filialen frisch zubereiteter Kaffee ausgeschenkt werden soll.
Die Zeiten, in denen Kaffee aus der Kanne von Kaffeemaschinen verkauft wurde, sind endgültig vorbei. Wer dennoch nach alter Art verkauft, vergrault den Kaffeetrinker definitiv mit der ersten Tasse. Gefragt sind moderne Vollautomaten, die die Bohnen erst mahlen und dann frischen, edlen Kaffee, Cappuccino oder Café Latte strömen lassen. „Eins-A-Kaffee auf Knopfdruck“ nennt Frank Tielbürger, Geschäftsführer des Unternehmens Coffee Jungle den trendigen Wunsch des Kunden.
Seit 2007 verfolgt die Firma, die sich im Convenience Markt auch um den Tankstellenmittelstand bemüht, das Ziel, den Kaffeemarkt zu revolutionieren. Der Ursprung ihrer Idee: In 2,5 Millionen Haushalten verwöhnen Vollautomaten Kaffeegenießer. Das können Tankstellenshops auch, wenn Produkt und Maschine erstklassig sind.
„Die Bohnen werden mit reinem Felswasser gewaschen und 60-Kilogramm- weise exklusiv für uns in einer Schweizer Manufaktur geröstet. Die verschiedenen Systemautomaten stellen daraus genüsslichen Kaffee her.“ Tielbürger integriert mit seiner Firma Coffee Jungle komplette Kaffeestationen mit Niveau in die Shops und schließt mit den Betreibern die entsprechenden Rahmenverträge. Er integriert Systeme mit hohem Wiedererkennungswert. Jedoch unterscheiden sich Kaffeetechnik und Möbeldesign von Shop zu Shop dadurch, dass Gegebenheiten und Wünsche jedes Kunden ganz gezielt konfiguriert werden. „Kaffee muss unbedingt als Impuls angeboten und als Hero herausgestellt werden“, so ist Tielbürger überzeugt.
Wie erfolgreich das Geschäft mit dem Muntermacher sein kann, beweist auch das Hövelhofer Unternehmen CUP&CINO. Es bietet nicht nur eine sehr breite Palette an Kaffee und Kaffeespezialitäten, sondern auch verschiedene Systemlösungen beispielsweise für Bistros und Restaurants an, wie sie für Tank- und Raststätten typisch sind. Im Unterschied zu Coffee Jungle produzieren die Kaffee-Vollautomaten von CUP&CINO-Mann Frank Epping auch eiskalte Kaffeespezialitäten. Auf der Internorga 2011, der internationalen Leitmesse für den Außer-Haus-Markt, erwiesen sich seine Ice-Getränke à la Cappuccino, Macchiato, Latte oder Kakao als die großen Renner nicht nur für die heißen Tage des Jahres. Die neuesten Kaffeemaschinen sind in der Lage, die eiskalten Spezialitäten herzustellen. Durch das durchdacht kalkulierte Kaffee- und Service-Konzept wird das Kaffeegeschäft schnell rentabel. So verdienen Kaffeekunden, etwa Tankstellenbetreiber, bereits ab der dritten Tasse des Tages.
„Die Margen- oder Ertragssituation ist generell sehr positiv“, bestätigt auch Tchibo-Sprecherin Karina Schneider. Ihre Empfehlung speziell für Tankstellenbetreiber: „Der morgendliche Muntermacher gehört zum Rhythmus des Tages. Dieses Ritual sollte man sich zu Nutzen machen und seinen Kunden eine erstklassige, frische Tasse Kaffee zum Tagesstart anbieten. 70 bis 80 Prozent des Kaffeegeschäftes spielen sich in den Morgenstunden zwischen fünf und zehn Uhr ab.“
Dabei zeige ein erfolgreiches Markenkonzept positive Abstrahleffekte auf Backshop- und Shopumsätze. „Für das Tankstellengeschäft empfehlen wir ein pragmatisches ‚coffee to go‘-Konzept und die Investition in hochwertige, nachhaltige Kaffeequalitäten und zeitgemäße ‚Bean to Cup‘-Kaffeemaschinen“, rät sie.
Lekkerland-Mann Korten macht neben den hohen Ansprüchen vor allem von jungen Menschen auf einen weiteren Aspekt aufmerksam, wenn es um Kaffeegenuss geht: „Heutzutage stehen in vielen deutschen Haus halten sogenannte Pad- oder Kapselmaschinen oder sogar Kaffee-Vollautomaten. Dement sprechend muss sich auch die Tankstelle aufstellen und sich als erste Adresse für den Kaffee-Kauf etablieren. Daher empfehlen wir, auch Kaffee-Pads und -Kapseln sowie Kaffeebohnen in das Regal der Tankstelle aufzunehmen. Kunden entscheiden sich in diesem Segment nicht primär für den günstigen Preis, sondern legen Wert auf Qualität. Tankstellenbetreiber können hier mit hochwertigen Produkten in ihren Regalen punkten und den Konsumenten überzeugen.“
Um die Kaffeekompetenz der Tankstelle klar und unmissverständlich herauszustellen, sollten Sie auf stimmige Komplettlösungen zurückgreifen, die von der Bohne bis zum Becher reichen und Wartungs- und Pflegearbeiten einschließen.
Ein solches Gesamtpaket mit neuem Kaffee-Konzept bietet auch Lekkerland seinen Kunden. Vorteilhaft ist es, wenn der Anbieter Kaffeebohnen, entsprechende Verbrauchsmaterialien und originales Zubehör schnell liefern kann. Dies ist besonders dann bedeutend, wenn unerwartet hohe Verkäufe auftreten – etwa an einem sonnigen Sonntag – oder die Maschine auf Grund eines Defektes den gewohnten Dienst versagt.
Die gebotene Kaffee-Vielfalt hält interessante Botschaften für die Kunden bereit. In vielen Kaffeehäusern werden interessierte Gäste von einem sogenannten Barista beraten. Er ist Kaffeekenner und kann daher für noch höhere Umsätze sorgen. Um erstklassig beraten zu können, sollten Sie an Schulungen teilnehmen, die zum Beispiel von Kaffeeherstellern angeboten werden. Im Tankstellenshop liegt dann nicht nur anlocken der Kaffeeduft in der Luft, sondern erhebliche Mehrverkäufe sind die Folge.
Bernd Fiehöfer
fiehoefer[at]brennstoffspiegel.de
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