Einerseits: Wie überall in der Wirtschaft grasen auch im Heizölhandel schwarze Schafe auf der Margen- und Gewinnweide. Sie bescheißen den Kunden. Sie liefern nicht die Menge Heizöl, die sie abrechnen. Man könnte diese Betrügereien als Einzelfälle abtun, doch fällt ein Lieferant auf, machen die Medien viel Wind darum. Und der große ehrliche Rest der Branche hat darunter schwer zu leiden.
Andererseits: Insbesondere Eichbehörden und Verbraucherschützer, aber auch der Heizölhandel selbst mit seiner „Gütegemeinschaft Energiehandel“ halten immer wieder dazu an, die Heizölanlieferung zu kontrollieren. Doch das ist den meisten Verbrauchern peinlich. Sie wollen den anliefernden Fahrer nicht überwachen. Sie wollen ihm nicht ihr Misstrauen zeigen. Dabei sagte schon Lenin gut, er war ein Kommunist und hat schon vor 87 Jahren den Löffel abgegeben -, Vertrauern sei gut, Kontrolle aber besser.
Lenin hat das so nicht gesagt. Jedenfalls gibt es keinen Beleg darüber. Immerhin mahnte er: Vertraue, aber prüfe nach! Und das ist genau die richtige Einstellung, die vor Mindermengen schützt und den persönlichen - sowieso falschen - Peinlichkeitsfaktor auf null bringt.
Wir brauchen uns hier gar nicht mit all den hinterhältigen Tricks aufzuhalten, mit denen Heizöl von irgendeinem Gauner trotz technischer Abwehrmaßnahmen am Verbraucher vorbei gemogelt werden kann. Eine Auflistung und Analyse der Tricksereien bringt nichts, so lange nicht jeder Kunde ein diplomierter Ingenieur ist und sie nachvollziehen kann. Der Laie versteht in aller Regel nicht, wie es funktioniert.
Befassen wir uns lieber damit, wie sich jeder arglose Heizölkunde relativ einfach vor Betrug schützen kann, wie er vorbeugen kann – und was der ehrliche Heizölhändler selbst einem misstrauischen Verbraucher raten sollte. Beispielsweise in der firmeneigenen Kundeninformation.
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