Zu viele Turbinen: So geht dem Wind die Puste aus

Sonne, Wind und Wasser liefern unbegrenzte Mengen an Energie, so die landläufige Meinung. Falsch, sagen nun Jenaer Forscher. Den Ergebnissen ihrer Studie zufolge ist insbesondere Windenergie keineswegs unendlich verfügbar – und eine exzessive Nutzung könnte sogar das Klimasystem beeinträchtigen. Der richtige Mix ist gefragt.

Deutschland ist spitze, wenn es um die Nutzung erneuerbarer Energien geht. Weltweit gibt es kein Land, das über mehr Kapazitäten bei der Solarstromerzeugung verfügt als die Bundesrepublik. Auch Windkraft steht zwischen Nord- und Ostsee und den Alpen hoch im Kurs – selbst ein flüchtiger Blick in die Landschaft bestätigt das. Auf dem Globus haben lediglich die ungleich größeren Länder China und USA mehr solcher Anlagen. So verwundert es nicht, dass Deutschland in der Gesamtrechnung hinter diesem Duo auf Platz drei dabei ist, wenn man alle Erneuerbaren – exklusive Wasserkraft – zusammennimmt. Und der Markt wächst rasant: Betrug die Kapazität global gesehen 2008 noch 200 Gigawatt (GW), waren es Ende 2010 bereits 312 GW. Addiert man Wasserkraft hin zu, kommt man auf 1.320 GW.

Derzeit decken sie rund 16 Prozent des Endenergieverbrauchs in den drei Sektoren Strom, Wärme und Transport ab. Hierzulande dürfte der Atomausstieg den Kapazitätszuwachs weiter antreiben, wobei die Bundesrepublik im Vorjahr nach China bereits die höchste Wachstumsrate meldete.

Ein Ende der Entwicklung lässt sich nicht absehen. Zwischen 2005 und 2011 stieg die Zahl der Staaten, die sich politische Ziele zur Nutzung regenerativer Energie quellen setzten, von 55 auf 119 (Renewables 2011 Global Status Report). Mehr noch: Rund 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs, so der Weltklimarat IPCC, könnten bis Mitte des Jahrhunderts durch Erneuerbare Energien gewährleistet werden – gewaltige Investitionen vorausgesetzt.


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