Trends - Von Werner Ottlik

In sechs Wochen ist 2012 Geschichte, vor sechs Wochen hat die neue Heizsaison begonnen. Der Wärmemarkt wird durcheinandergewirbelt. Was sind seine Trends? Ein Lagebericht für Azubis, die ja auch wissen müssen, was Sache ist.

Eines ist seit langem klar und hat sich als Trend noch verstärkt: Alle Energien - genauer: Energieträger und Energiearten - werden sich weiter verteuern und für die überwiegende Zahl der Hausbesitzer bzw. Mieter in Deutschland zu einer immer schwieriger zu „händelnden“ finanziellen Belastung.

Insbesondere in diesem, nun ablaufenden Jahr musste der Heizölhandel zur Kenntnis nehmen, dass viele seiner Kunden Mühe haben, für einen Liter Heizöl 80 bis 90 Cent locker zu machen. Auch ohne Marktforschung steht fest: Wärme wird weggespart, die Heizkörperventile werden eine Stufe zurückgedreht. Das ist der einfachste, schnellste und wirksamste Weg der Energieeinsparung.

Nur, irgendwo ist da die Grenze. Es ist nun mal keine Lebensqualität, jedenfalls keine angenehme, in eine Wolldecke gehüllt vor dem Fernseher zu sitzen.

Gut, Gerätehersteller und der Handel raten (unter anderem), veraltete Energiefresser aus den Kellern zu werfen und sich ein neues Wärme-Equipment in Brennwerttechnik anzuschaffen. Dafür gebe es auch Zuschüsse vom Staat. Rat wie Hinweis sind richtig, allerdings wird das persönliche Konto durch eine solche langfristig wirkende Maßnahme auch langfristig heftig belastet – und damit sind wir wieder beim leidigen Geld.

Dem Staat geht es, wie man an der intensiven Förderung von Modernisierungsmaßnahmen sieht, ebenfalls um einen sparsameren Umgang mit Energie. Subargument ist der Umweltschutz: Die Verbrennung fossiler Energieträger wie Öl, Gas und Kohle hat nun mal Schadstoffemissionen zur Folge.

Diese Emissionen sind in Deutschland längst auf ein Minimum reduziert, und der nicht regelbare Ausbruch eines isländischen Vulkans macht die schöne Bilanz zu Altpapier, aber Umweltschutz ist Politik. Wir haben eine Partei, die lebt von ihren - teils absurden – grünen Forderungen. Und die meisten Deutschen möchten auch einen persönlichen Beitrag zur Reinhaltung der Luft leisten. Doch von diesen „Meisten“ wollen wiederum die meisten dabei kein Geld ausgeben! (Oder sie können es gar nicht.)

Mehrere Untersuchungen, auch aus jüngster Zeit, belegen, dass der Faktor „Wirtschaftlichkeit“ auf dem Wärmemarkt den Faktor „Umweltschutz“ deckelt. Verbrauchermotto: Geld ist wichtiger als Grün.

Wie auch immer, unter dem Summenstrich der Argumente wird am 31.12.2011 ein Jahresabsatz an Heizöl von weniger als 20 Millionen Tonnen stehen. Womit diese Marke zum zweiten Mal in der Geschichte der Ölheizung unterboten wird. Von den Anfangsjahren der Ölheizung Mitte des vorigen Jahrhunderts abgesehen.


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