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22.01.2018, 08:01

EU-Ministerrat schafft Perspektive für Biokraftstoffe

BERLIN. - Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) begrüßt den Beschluss des EU-Ministerrates zur Erneuerbare Energien-Richtlinie. Kernpunkt des Beschlusses ist die Anhebung des Mindestanteils Erneuerbarer Energien am Kraftstoffverbrauch im Verkehr von 10 Prozent im Jahr 2020 auf 14 Prozent im Jahr 2030. Zugleich soll die bestehende Höchstgrenze von 7 Prozent für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse bis 2030 fortgeführt werden.

Korrekturbedarf sieht die UFOP allerdings bei der Zweifachanrechnung von Biokraftstoffen aus Reststoffen auf das Transportziel. Der Anteil dieser Biokraftstoffe soll bis 2030 auf 3 Prozent gesteigert werden. Der Anrechnungsfaktor trägt nach Auffassung der UFOP wohl auch dem schlechten Wirkungsgrad bei der Biomasseverarbeitung Rechnung. Für einen Liter Bioethanol wird mehr als die fünffache Menge Stroh benötigt. Bei Biodiesel aus Rapsöl beträgt das Verhältnis in etwa 1 zu 1. Dabei fällt neben wertvollem Glycerin auch gentechnikfreies Rapsschrot in der Ölmühle an. Vehement kritisiert die UFOP deshalb, dass der Ministerrat daran festhält, Raps aus europäischem Anbau im Anhang der Richtlinie mit einem Maluswert für Treibhausgasemissionen zu belasten, der als sogenannter „iLUC-Faktor“ im Falle einer Anrechnung das sofortige „Aus“ für die Biokraftstoffverwendung bedeuten würde. Die UFOP hofft daher, dass die Mitgliedsstaaten von der ebenfalls in der Richtlinie vorgesehenen Option Gebrauch machen, nach Rohstoffarten differenziert, Biokraftstoffe anrechnen zu können. Dann wäre das Thema Palmöl endlich vom Tisch.

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