STAUBING/BERLIN. - Die gegenwärtige Förderstruktur erneuerbarer Energien nach dem EEG stellt die Agrarwirtschaft und die Gesellschaft zusehends vor Probleme“, erklärte Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), beim Agrartag des Genossenschaftsverbandes Bayern in Straubing.
Der DRV-Präsident hob hervor, dass mit der Förderung der Bioenergie grundsätzlich Wertschöpfung im ländlichen Raum geschaffen wird. Allerdings werden dadurch die Flächenkonkurrenz erhöht und damit die Boden- und Pachtpreise für wachstumswillige Veredelungsbetriebe angeheizt. Das wiederum hat steigende Zukäufe an Futtermitteln zur Folge, was insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit der Veredelungsbetriebe und des gesamten Sektors schwächt. Die Situation verschärft sich nach Ansicht des DRV durch den tagtäglichen Verlust von wertvollen Ackerflächen für Baumaßnahmen und damit einhergehenden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie die Greening-Pläne der Europäischen Kommission für die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik
Darüber hinaus führen die festen Einspeisevergütungen nach dem EEG zu kontinuierlich steigenden Kostenbelastungen für die Gesellschaft. Allein für die bestehenden Fotovoltaik-Anlagen belaufen sie sich bereits auf mehr als 100 Mrd. Euro. “Wir müssen uns in absehbarer Zeit Gedanken über die erfolgreiche Vermarktung von erneuerbaren Energien jenseits des EEG machen. Dafür bieten sich die genossenschaftliche Strukturen hervorragend an“, betonte Manfred Nüssel.
Die genossenschaftliche Organisationsform bietet zahlreiche Vorteile, um einen Beitrag für eine erfolgreiche Energiewende zu leisten. Mit ihren dezentralen Strukturen bieten sie allen Beteiligten vor Ort die Möglichkeit, aktiv an der Wertschöpfung teilzuhaben. „Dies gilt nicht nur für die Erzeugung, sondern auch für die Vermarktung erneuerbarer Energien“, so der DRV-Präsident. Es verwundert daher nicht, dass im letzten Jahr 111 Energiegenossenschaften in Deutschland gegründet wurden.
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