Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit können und sollten die Grundlagen einer nachhaltigen Energiepolitik sein. Müssen es aber offenbar nicht unbedingt, wie der „Klima- und energiepolitische Newsletter der Grünen‐Fraktion im Sächsischen Landtag“ vom April 2013 zeigt. Für diejenigen unter unseren Lesern, die diese spannende Lektüre nicht regelmäßig verfolgen können, aber dennoch an alternativen Gedanken zum Thema Energie interessiert sind, wollen wir hier einige Ausschnitte zitieren.
Für alle Stromkunden, die nicht in der Lage sind, ihre Rechnungen zu bezahlen und natürlich für die Stromanbieter, damit diese nicht mehr ihrem Geld nachlaufen müssen, haben die sächsischen Grünen einen ganz tollen Vorschlag: Die Energieversorger sollen „verpflichtet werden, sogenannte Vorkassezähler (Prepaymentzähler) anzubringen. So können auch Kunden mit wenig Geld Energie geliefert bekommen, ohne einen großen Schuldenberg abstottern zu müssen bzw. vor sich her zu schieben. … So ersparen sich die Kunden böse Überraschungen und die Energieversorger Rechtsverfolgungsaufwand sowie die Kosten für Sperren und Entsperren.“
Könnte es sein, dass die künftigen Schuldner dann noch eher im Dunkeln sitzen, weil der Strom schon abgestellt wird, wenn sie ihre Vorauskasse nicht bezahlen?
Aber eine andere Idee ist wirklich zukunftsweisend: Nach dem Feldzug gegen die Kernkraft haben die Grünen ja bekanntlich die Kohle im Visier. Im Kohleland Sachsen der wichtigste Energieträger. Einheimisch, preiswert, sicher. Aber die Kohle emittiert bei ihrer Verbrennung nun mal CO2 und verbraucht Fläche für die Tagebaue.
Dabei seien „bis heute schon 56.300 ha sächsische Landschaft zerstört“ worden (die Rekultivierung wird hier natürlich nicht erwähnt). „Mit nur zwei Dritteln dieser Fläche könnte Sachsens Stromverbrauch dauerhaft zu 100 Prozent umweltfreundlich allein mit Windenergie gedeckt werden“, meinen die Grünen. Umweltauswirkungen von Windkraftanlagen werden hier natürlich ausgeblendet. Ebenso die Frage, was passiert, wenn kein Wind weht. So was würde ja das parteipolitisch idealisierte Weltbild stören.
Glauben einige politische Kreise wirklich, dass Deutschland seinen überflüssigen Windstrom einfach kostenlos nach Polen schieben und bei Bedarf französischen Atomstrom nach Belieben billig importieren kann? Aber warum sollten unsere Nachbarn ihr Netz mit unserem Überfluss gefährden. Und wieso ist französischer Atomstrom ungefährlicher als deutscher?
Fragen Sie doch mal einen grünen oder „andersfarbigen“ Wahlkämpfer, wie er sich eine wirtschaftliche, sichere und sozial gerechte Energieversorgung vorstellt. Dafür gibt es im Wahljahr sicher auch in Ihrer Region Gelegenheit.
Herzlichst Ihr
Hans-Henning Manz
redaktion[at]brennstoffspiegel.de
Von Werner Ottlik
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